Zum Thema
Sollen bestehende Windenergieanlage im näheren Umfeld des bisherigen Standortes durch moderne ertragsstärkere Modelle ersetzt werden, kann zwar in Teilen auf die Erfahrungen aus der Planung und Betrieb der Altanlagen zurückgegriffen werden, so dass eine vergleichsweise gute Ausgangsbasis zur Bewertung der technisch-planerischen Rahmenbedingungen, wie z. B. Windressourcen, Immissionen und Einfluss auf Natur und Landschaft, vorliegt, aber andererseits unterliegen viele der maßgeblichen Rahmenbedingungen zeitlichen Veränderungen. Insbesondere Fragen des Arten- und Naturschutzes haben heute eine deutlich gesteigerte Bedeutung für die Zulassung neuer Windenergieanlagen, immissionsschutz- wie bauplanungsrechtliche Anforderungen können sich im Zeitverlauf genauso verändert haben wie umliegende Siedlungsränder. Gleiches gilt für Infrastruktureinrichtungen, seien es Drehfunkfeuer, seismologische Stationen oder Richtfunktrassen, Denkmalschutzbelange, Lebensräume und Niststätten geschützter Arten oder lokalpolitische Konstellationen.
Zusätzlich ist die Zahl der maßgeblichen und in die Planung intensiv und frühzeitig einzubinden Stakeholder deutlich größer als bei ‚greenfield‘-Projekten, seien es die Verpächter der Altstandorte, die nicht erneut beplant werden können, oder die Investoren und Dienstleister, so dass sich Repowering-Vorhaben insgesamt sowohl planerisch als auch wirtschaftlich als deutlich komplexer darstellen, als Planungen.