Umgang mit Hochvolt-Fahrzeugen im Feuerwehreinsatz und bei Rettungsarbeiten

Besondere Gefahren bei Elektrofahrzeugen

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Umgang mit Hochvolt-Fahrzeugen im Feuerwehreinsatz und bei Rettungsarbeiten

  • Entwicklung der Elektromobilität / Entwicklung der Infrastruktur
  • Erkennungsmerkmale der Hochvolt-Fahrzeuge
  • Aufbau, Funktion und Wirkungsweise von Hochvolt-Fahrzeugen
  • Sicherheitsanforderungen und Grundlagen
  • Aufbau der Lithium-Ionen-Batterie (Zellen)
  • Gefahren und Reaktionen der Lithium-Ionen-Batterie (Akku)
  • elektrische Gefahren und Schutzmaßnahmen
  • Deaktivierung von Hochvolt-Fahrzeugen
  • Einsatztaktik der Feuerwehr und der Rettungsdienste bei Technischer Hilfeleistung
  • Einsatztaktik der Feuerwehr bei Fahrzeugbränden
  • Arbeiten mit Kennzeichenabfrage und Rettungsdatenblättern
  • Versuchsauswertungen und Einsatzbeispiele
  • Medienberichte und Diskussion

Zum Thema

Die Zahl der Elektrofahrzeuge auf Deutschlands Straßen nimmt zu. Einsatzkräfte der Feuerwehren und des technischen Hilfswerkes müssen sich auf die neue Technik und neue Einsatzsituationen vorbereiten. Grundsätzlich bestehen bei Unfällen keine höheren Risiken, als bei Autos mit Verbrennungsmotor. Aber es sind neue, andere Herausforderungen, die auf Einsatzkräfte der Feuerwehr zukommen. Elektro-Fahrzeuge der Automobilhersteller sind prinzipiell 'eigensicher' konstruiert, damit weder Insassen noch Einsatzkräfte gefährdet werden können. Bei Bränden und schweren Unfällen können jedoch trotzdem Gefahren auftreten, insbesondere wenn diese Sicherheitskomponenten beschädigt wurden. Daher müssen Einsatzkräfte auf diese Situationen vorbereitet sein. 

Zielsetzung

Das Seminar hat zum Ziel, Sie als Führungskraft und/oder Einsatzkraft innerhalb einer Organisation wie Feuerwehr, Rettungsdienst, Polizei, Technisches Hilfswerk oder Bergungsdienst für den sicheren Umgang mit Hochvoltfahrzeugen bei Unfällen und Bränden praxisorientiert vorzubereiten. 

Teilnehmerkreis

Führungskräfte und Einsatzkräfte innerhalb einer Organisation wie

  • Feuerwehren
  • Rettungsdienst
  • Polizei
  • Technischem Hilfswerk oder spezielle Rettungsdienste, die am Unfallort zur Bergung tätig werden müssen
  • informativ auch für Mitarbeiter aus der Automobilindustrie und Werkstätten.

Programm

04.09.2024
09:00—17:00
Hochvolt-Fahrzeuge im Feuerwehreinsatz
Journal
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Fragen und Antworten zum Thema von unserem Referenten Dr. Rolf-Dieter Erbe:

Wie unterscheidet sich der Umgang mit Hochvolt-Fahrzeugen im Feuerwehreinsatz von herkömmlichen Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor?

HV-System muss beachtet und bei Havarien und Bränden deaktiviert werden.
Orange Kabel und gekennzeichnete Bereiche nicht berühren und beschädigen. Beschädigte Bereiche ggf. abdecken und Elektroschutzhandschuhe verwenden. Batterie kontrollieren (Geruch, Rauch, Wärme, Brand). Fahrzeugübergabe an Verantwortliche oder Bergeunternehmen mit Hinweis auf HV durch protokollierte Übergabe. Havarierte Fahrzeuge, kritische Batterien oder Fahrzeug nach Brand muss vom Bergeunternehmen auf eine Quarantänefläche verbracht werden.

Welche besonderen Sicherheitsvorkehrungen müssen von den Einsatzkräften getroffen werden, um bei einem Unfall mit einem Hochvolt-Fahrzeug effektiv und sicher eingreifen zu können?

Maßnahmen gemäß Rettungsdatenblatt (Herstelleranweisungen), i.d.R. HV-System deaktivieren.

Welche Schulungen und Ausbildungen sind notwendig, damit Feuerwehrleute und Rettungskräfte auf Einsätze mit Hochvolt-Fahrzeugen optimal vorbereitet sind?

Aus- und Fortbildung in den Feuerwehrschulen und an den Standortausbildungen, analog Fahrzeugen mit Flüssigkeits- oder Gasantrieb.

Gibt es spezielle Techniken oder Werkzeuge, die entwickelt wurden, um den sicheren Zugriff auf Hochvolt-Fahrzeuge während Rettungsarbeiten zu gewährleisten?

Von der Industrie wurden div. „Hilfsmittel“ entwickelt.
Bisher wird von Fachverbänden und der DGUV keine Empfehlung ausgesprochen. Die bisherigen Lösch- und Hilfeleistungsgeräte und -techniken sind ausreichend. Zum Löschen ist Wasser ausreichend. Nach Norm wurden Feuerwehrfahrzeuge mit elektrisch isolierenden Handschuhen und Abdeckungen nachgerüstet.

Wie kann die Kommunikation und Koordination zwischen Feuerwehr, Rettungsdiensten und Herstellern von Hochvolt-Fahrzeugen verbessert werden, um reibungslose und sichere Rettungsaktionen zu gewährleisten?

Es gibt bereits Kooperationen im AK Retten des VDA und bei Forschungsprojekten z.B. der Feuerwehrinstitute. Sinnvoll wäre eine weitere Zusammenarbeit bzw. Austausch mit der Unfallforschung und Teilen von Erfahrungen. Vorbildlich ist die Zusammenarbeit von Renault mit der Feuerwehr Paris, die einen Offizier als Kontakt und für gemeinsame Entwicklungen sowie den Austausch mit der Feuerwehr abordnet.

Gemeinsame Fachtagungen und Konferenzen zur Information und für den Erfahrungsaustausch wären wünschenswert. Die Hersteller sollten auch die von Ausrüstern entwickelten „Hilfsmittel“ wie Löschlanzen, Ladesimulationsstecker etc. bewerten bzw. Zum Einsatz an deren Fahrzeugen freigeben oder untersagen!

Inwiefern sollten Feuerwehrleute und Rettungskräfte über die elektrische Architektur und Notabschaltungen in Hochvolt-Fahrzeugen informiert sein, um sicher agieren zu können?

In Grundausbildung und Fortbildungen unterwiesen im richtigen Umgang.

Wie können technische Lösungen, wie z.B. automatische Batterieabschaltung oder Markierungen für Hochvolt-Komponenten, die Sicherheit der Einsatzkräfte erhöhen?

Laut Hersteller gibt es eine Unfallerkennung und automatische Abschaltung. Diese ist nicht eindeutig für Feuerwehren zu erkennen. Wünschenswert wäre eine eindeutige Erkennung, einheitliche HV-Trennstellen an 2 unterschiedlichen Fahrzeugbereichen, Schnittstelle zum Batterie-Management-System (Daten Betriebs- und Ladezustand, Temperatur).

Welche Vorkehrungen sind zu treffen, wenn ein Hochvolt-Fahrzeug in einem Unfall verwickelt ist und es nicht möglich ist, die Batterie zu deaktivieren?

Fahrzeug sichern. Erkundung nach möglichen Beschädigungen, leitenden Verbindungen durch Penetration oder Beschädigung der Batterie oder von Hochvoltkomponenten. Einsatzkräfte informieren, PSA tragen.

Inwieweit können moderne Technologien, wie Augmented Reality oder Simulationen, eingesetzt werden, um die Ausbildung und Vorbereitung der Einsatzkräfte zu verbessern?

Simulationen haben sich in vielen Bereichen bewährt und sind ergänzend sinnvoll.

Welche weiteren Herausforderungen sehen Sie für den Umgang mit Hochvolt-Fahrzeugen im Feuerwehreinsatz und bei Rettungsarbeiten in der Zukunft?

Zusammenarbeit mit Herstellern verbessern und offenere Kommunikation.

Zentrale Datenbank mit Erfassung von Einsatztätigkeiten mit Auswertung und Weitergabe der Ergebnisse.

Termine
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Veranstaltungsnummer: VA24-00814
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